Über Walz und Wiese No.1 (oder Warum die Kuh kein Klimakiller ist)

Liebe Kunden/Innen und Freunde/Innen der MOKO,

in den letzten Wochen und Monaten haben wir unsere städtischen Gefilde öfter in Richtung Natur verlassen als sonst. Wir fühlen uns angezogen von den bunten, saftigen Wiesen mit Blümchen, Gräsern und duftenden Kräutern.

Wenn wir – bevorzugt in der wunderschönen Fränkischen Schweiz – wandern, schätzen wir die Artenvielfalt der Wiesen mit Schmetterlingen und Bienen. Deshalb möchte ich Euch in diesem und den folgenden Newslettern ein paar Informationen zum Thema Wiese, Getreide, Tierhaltung geben, weil es eben gerade wieder so aktuell ist!

  • Wir brauchen diese Wiesen zur Erhaltung unserer Landschaft. Seit 2014 darf keine Wiese ohne weiteres und ohne Genehmigung in Ackerland umgebrochen werden.
  • Die Landwirte mähen diese Wiesen und im Idealfall helfen ihnen die freilaufenden Rinder (oder auch Schafe, Ziegen und Pferde) dazu.
  • Würden wir keine Viehhaltung haben – weil wir uns alle vegan ernähren – würde kein Landwirt die Wiesen mähen. Es gäbe keinen weiteren Nutzen für ihn. Unsere Wiesen würden wieder Buschland werden.
  • Wir brauchen aber die Wiesen, weil sie durch ihr starkes Wurzelwerk eine geschlossene Pflanzendecke bilden und so CO² speichern.
  • Wiesen halten den Boden fest, schützen ihn vor Erosion und in Überschwemmungsgebieten sind sie wichtig, weil sie mehr Regen speichern können. In Hanglagen, wo keine Ackerwirtschaft möglich ist, sind die Wiesen ebenso ideal.

Andreas und Michaela Walz führen einen Demeterbetrieb (Biohof Walz) in Amberg mit einer Rinderzuchtherde und bauen „alte“ Getreidesorten wie Emmer, Champagnerroggen und Kreuzritterweizen an. Geht man über die Wiesen der Familie Walz, auf der sich derzeit 68 Rinder und ein vierjähriger, schwarzer Angus-Zuchtbulle mit einer Tonne Gewicht verlustieren, tritt man quasi auf Schritt und Tritt auf Kuhfladen. Andreas Walz freut sich über jeden Haufen, die älteren Exemplare sind krümelig und duften ganz wunderbar nach frischem Humus.

Das Rind als Landschaftspfleger? Aber da ist doch die Sache mit dem Methangas?

Die Kuh ist ein Wiederkäuer und mag Rauhfutter, also Klee, Wiese und Gras. Das, was sie in der Regel zu fressen bekommt ist leider Mais und Kraftfutter. Diese Stärke verträgt der Kuhmagen aber nicht und es passiert das, was passiert, wenn wir zu viele rohe Zwiebeln und Hülsenfrüchte essen…

Mais ist auf die Fläche gesehen ertragreicher als Gras und deshalb lässt man die Kühe lieber pupsen.
Wir erkennen, wie wichtig die Ernährung ist.

So wie man sich bettet, so liegt man, sagt ein Sprichwort. Die Rinder der Familie Walz haben im Stall ein dickes Strohbett. Das Stroh ist dabei so dick, dass keine Gülle entsteht. Die Rinder bekommen immer wieder frisches Stroh und alle zwei Wochen wird ausgemistet. Der Mist wird versetzt mit Schafgarbe, Brennessel, Kamille, Eichenrinde, Löwenzahn und Baldrian und wird im Sommer auf die Äcker ausgebracht. So geben wir der Natur etwas zurück, anstatt uns nur zu nehmen.

Wie das genau bei Demeterbauern gemacht wird, mit dem Mist und den Kuhhörnern – darüber im nächsten newsletter, nächsten Donnerstag!

Liebe Grüße vom Weinmarkt.
Eure MOKO